unser Rudel

Zum Update Januar 2021

Chucky (seit 2015 bei uns) war in seiner “Kindheit” viel allein, bei vielen unterschiedlichen Stellen und hat viele Dinge und Situationen nicht kennengelernt oder negativ erlebt. Mittlerweile hat er viel nachgeholt, ist aber manchmal noch verunsichert. Meist orientiert er sich dann an mir. Aber nicht immer. Dann tut er so, als wäre er eine Bestie und versucht “die Feinde” mit Gebell in die Flucht zu schlagen. Abby hat gelernt, dass nicht immer Gefahr droht, wenn Chucky bellt. Sie guckt dann mich an und bleibt meist ruhig. Emma steigt da allerdings gerne mit ein. Da ist sie typisch Wachhund.

Abby (seit 2017 bei uns) hat einige Jahre in Alba Julia in Transylvanien auf der Straße gelebt. Auf Jugendliche reagiert sie oft noch ängstlich und auch in Situationen, die sie nicht einschätzen kann. Sie scheint mit jungen Männern schlimme Erlebnisse zu verbinden. In solchen Fällen versucht Abby zu fliehen. Meist sucht sie dann Schutz bei mir. Wenn sie merkt, dass alles in Ordnung ist, genießt sie Streicheleinheiten und Aufmerksamkeit.

Emma (seit 2018 bei uns) wurde in ihrem ersten Lebensjahr in Rumänien als Kettenhund gehalten und misshandelt. Dann sollte sie entsorgt werden, was zum Glück von einem Tierarzt verhindert wurde. Der Tierarzt hat dann ihre Wunden versorgt, sie kastriert und wieder aufgepäppelt. Dann war Emma etwa zwei Jahre in einer „Auffangstation“ einer Tierschutzorganisation in Rumänien. Emma ist wider Erwarten sehr menschenbezogen. Sie fordert Zuwendung ein und ist dabei manchmal etwas ungestüm. Ihre Tolpatschigkeit lässt sie manchmal etwas grob und unbeholfen wirken.

Den sogenannten Grundgehorsam beherrschen Abby und Chucky. Also Sitz, Platz, Hier und Fuss sind für beide selbstverständlich. Chucky läuft gut an lockerer Leine und reagiert unter allen Umständen auf Pfiff. Das mit der lockeren Leine, daran arbeiten wir mit Abby noch, die einen ausgesprochenen Jagdtrieb hat.

Emma steckt noch in den Anfängen. Das Wichtigste für Emma ist es zu lernen, zur Ruhe zu kommen. Sitz und Platz hat Emma verstanden und hat Spaß am Lernen.

An das Tragen eines Maulkorb sind alle gewöhnt. Der ist im Alltag nicht nötig, aber so können auch unsichere Situationen gefahrlos gemeistert werden.

Zusammen arbeiten ist etwas, dass uns vier verbindet und einen riesen Spaß macht!


Update Januar 2021

Seitdem ich den ersten Text zu uns geschrieben habe, sind zwei Jahre vergangen. In den zwei Jahren ist so einiges passiert!

Im Sommer 2019 haben wir leichte Wesensveränderungen bei Emma bemerkt. Sie wurde unruhiger, trank zunehmend mehr und wurde unkonzentrierter im Training. Eine Blutuntersuchung zeigte dann, dass sie eine deutlich ausgeprägte Leishmaniose hatte und eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Aus tierärztlicher Sicht wurde eine strenge Diät verordnet, die nach ein paar Wochen etwas Erfolg brachte. Letztlich konnte Emma durch Vitalpilze und Schüßler Salze geheilt werden. Die regelmäßigen Blutkontrollen zeigen, dass Emma keine Leishmaniose mehr hat!

Aufgrund der leichten Reizbarkeit und der Wesensveränderung unter der Diät und wegen der dauerhaften Schmerzen kam es im Spätsommer 2019 zu zwei Beißvorfällen zwischen Emma und Abby. Die körperlichen Wunden verheilten schnell, die seelischen nicht.

Um Emma im Rudel behalten zu können und einen weiteren Vorfall zu 100% auszuschließen, bekam Emma einen maßgeschneiderten Maulkorb. So konnten wir die Damen wieder zusammenbringen und an Abbys Unsicherheit arbeiten. Mit viel Geduld und sicher auch ein wenig Glück führte das zum Erfolg. Seit dem Spätsommer 2020 haben wir immer häufiger auf den Maulkorb verzichten können. Nach ein paar Wochen gingen die Damen so entspannt miteinander um, dass auch wir entspannt waren und den Maulkorb an den Nagel gehängt haben!

Bei all dem „Auf und Ab“ im Rudel und den Erkrankungen von Emma kam das Training sehr kurz.

Der letzte Rest an Unsicherheit konnte bei Abby mit Unterstützung von Bachblüten abgebaut werden. Mittlerweile hat Abby scheinbar alle alten Traumata und Unsicherheiten hinter sich gelassen und steht buchstäblich mit allen Beinen fest im Leben.

Abby gibt bei den Hunden den Ton an und Emma wirkt erleichtert über diese neue Klarheit!

Und Chucky? Ja, Chucky sieht die beiden zwischendurch an und scheint zu denken „Weiber!“ Er hat gelernt, sich rauszuhalten wenn es Ernst wird. Für ihn hat sich nicht viel geändert, da er immer an letzter Stelle stand. Seitdem die Damen ihre Sicherheit wieder gewonnen haben, ist allerdings auch Chucky deutlich ausgelassener und spielt wieder wilde Sau mit Abby!

Ergänzung:

Zwei Tage nach dem Update kam es zu einem erneuten Vorfall, bei dem Emma Abby gepackt hat. Die körperlichen Wunden sind schnell verheilt, aber es ist nun eine Kluft zwischen den Damen entstanden, die gerade unüberwindlich erscheint. Wenn die beiden sich sehen, gehen sie sofort wieder in Konfrontation. Aufgrund von Abbys Traumata und damit Emma nicht Beißen als Lösung verinnerlicht, halten wir die beiden nun getrennt. Langfristig suchen wir nach einer besseren Lösung…