von Scheitern und Erfolg

Unsere Geschichte mit Emma ist ein Paradebeispiel für den Spruch „hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weiter gehen“.

Am ersten Tag gab es ein „Missverständnis“ zwischen Abby und Emma. Abby wollte einen Kauknochen verbuddeln und Emma latschte darüber. Als Abby sie anpflaumte, wusste Emma nicht warum. Sie hatte gar nicht registriert, was sie getan hatte. So gab es die erste Keilerei. Hunde sind ja im Prinzip nicht nachtragend und so war das schnell vergessen.

Nach recht kurzer Zeit waren unsere drei Hunde ein gut funktionierende Rudel!

Dann veränderte sich Emmas Wesen. Die Ursache dafür stellten wir erst nach Wochen fest: Pankreatitis durch Leishmaniose ausgelöst. Aufgrund der schmerzbedingten Aggression kam es zu einer weiteren Keilerei, die diesmal auch Verletzungen zur Folge hatte. Wieder ausgelöst durch eine Maßregelung von Abby.

Also führten wir die beiden mit Maulkorb wieder zusammen. Nach ein paar Tagen schien sich die Situation zu stabilisieren und alles war wieder gut.

Die Pankreatitis und die Leishmaniose heilten vollständig aus.

Einige Wochen später dann wieder eine Zurechtweisung von Abby, die Emma mit allen Mitteln beantwortete. Die Verletzungen brauchten diesmal mehr Zeit zum Ausheilen. Innerlich wie äußerlich. Aber sie heilten aus!

Einige Wochen später hatten wir dann wieder ein stabiles Rudel. Emma trug nun dauerhaft einen Maulkorb.

Nach einigen Monaten ohne Auseinandersetzungen ließen wir den Maulkorb immer wieder weg, bis Emma sich schließlich ganz ohne Maulkorb mit den anderen bewegte. Ein zufriedenes Rudel!

Nach einigen Monaten kam es wieder zu einer Eskalation zwischen den Damen. Diesmal war ein Vogel hinter dem Zaun der Auslöser für einen handfesten Konflikt mit Löchern im Fell.

Wenn man immer wieder scheitert, ist vielleicht die Zielsetzung nicht ganz optimal. Die beiden Damen scheinen keine Freundinnen werden zu können. Da macht es wohl Sinn, dass wir unsere Vorstellung und unseren Alltag der Situation anpassen. Die neue Zielformulierung lautet deshalb: Emma wird mein Begleithund (auch bei der Arbeit) und Chucky und Abby bilden „eine Einheit“ mit Anbindung an uns Menschen.

Ein paar Schritte auf diesem Weg sind wir mit den dreien schon gegangen. Und auch hier werden wir immer wieder mal scheitern. Aber – und das ist für mich das Wesentliche – wir werden zufrieden und glücklich miteinander die Zeit verbringen, die wir haben. Um es wieder mit einem Spruch auszudrücken: „Wir sind nicht bei wünsch dir was, sondern bei so is´es!“

Ich schreibe diese Zeilen hier für alle Hundehalter und potentiellen Rudelchefs und Chefinnen als Anregung, gerade in scheinbar aussichtslosen Situationen nicht aufzugeben und zu verzweifeln, sondern mal gedanklich (und emotional) einen Schritt zurück zu gehen, neuen Mut zu fassen und weiter zu machen. Aufgeben und Kurzschlussreaktionen können nicht zum Erfolg führen! Mag sein, dass es manchmal keine optimale Lösung gibt. Dann bleibt aber immernoch die Möglichkeit nach dem kleineren Übel zu gucken. Und vielleicht fühlt sich das kleinere Übel dann auch ganz gut an.

Sie sind gerade überfordert und wissen nicht weiter? Holen Sie sich Unterstützung! Es gibt viele tolle gewaltfreie (wichtig!) Hundetrainer und oft kann man auch unterstützend naturheilkundlich etwas machen. Lassen Sie sich helfen und scheuen Sie nicht zuzugeben, dass Sie nicht weiter wissen und gescheitert sind. Scheitern tut jeder, der etwas bewegt. Immer wieder! Das ist nicht wichtig. Wichtig ist allein das Aufstehen und weiter machen.

Auch eine Trennung kann für alle zum Erfolg führen! Dann aber bitte so, dass auch alle eine realistische Chance auf Erfolg haben…