Abschied und Hoffnung

Es ist toll, wenn ich höre, dass ein Pferd wieder galoppiert, ein Hund wieder beim Schutzdiensttraining mitmacht oder die Verdauung nach Jahren wieder funktioniert.

Und auch ohne „halbe Wunder“ ist es toll zu erleben, wie es Tieren langsam wieder besser geht. Es ist schön an einem solchen Prozess beteiligt zu sein.

Und selbst wenn ich keine Rückmeldung bekomme, bleibt bei mir ein gutes Gefühl, dass sich ein Problem irgendwie wohl gelöst hat.

Heute musste der erste Hund erlöst werden, an dessen Behandlung ich kurz beteiligt war. Ich durfte diesem tollen Wesen Reiki geben und ein wenig zur Entspannung und zum Wohlbefinden beitragen. Aber Krebs ist ein Ar***loch und hinterhältig.

Abschied ist immer traurig und tut weh. Für mich schwingt dennoch auch ein gutes Gefühl mit. Zu erleben, wie die Familie den Abschied bewältigt hat, sich Gedanken gemacht hat, wie man es dem Tier hilfreich gestalten kann und bis zum Ende da war, ist einfach schön mitzuerleben.

Ich bin dankbar auch für diese Rückmeldung. Der Tod ist ein Teil des Lebens. Er gehört dazu. Wesentlich ist, wie man damit umgeht. Und zu erleben wie viel Empathie Menschen dem tierischen Familienmitglied entgegen bringen und wie würdevoll der Abschied sein kann, das lässt mich hoffen. Hoffen auf Menschlickeit.

Bei allem Elend, dass einem in den Medien begegnet und allen materiellen Schwierigkeiten, die Egoismus und Intoleranz zu fördern scheinen, ist doch in jedem Menschen die Fähigkeit zu Mitgefühl angelegt.

Das wäre mein Weihnachtswunsch, dass dieser Keim von Empathie dort anfängt zu sprießen, wo er gebraucht wird und wo man vielleicht auch gar nicht mit ihm rechnet.

In diesem Sinne allen Patienten, ihren Familien und den Lesern eine besinnliche Adventszeit!