mein Mikrokosmos

„Du hast ja nur noch Hunde im Kopf.“ So etwas Ähnliches hörte ich neulich. Und ich muss sagen, da ist was dran. Geld, Sicherheit, Luxus, Weltpolitik – all das hat mich lange nicht so wenig gekümmert, wie in den letzten Jahren, seit wir auf den Hund gekommen sind. Und auch Corona und die damit zusammenhängenden Diskussionen stehen bei mir eher weit unten in der Interessenliste!

Der Satz war Ausdruck einer gewissen Irritation. Es gibt doch so viele wichtige Themen, mit denen man sich beschäftigen und wo man sich engagieren muss. „Ich engagiere mich auch.“, hör ich mich sagen, wie zur Verteidigung.

Im Grunde, wäre es doch toll, wenn alle nur Hunde im Kopf hätten. Oder Pferde, Kaninchen, Musik, Kräuter, Sprachen, Kochen – ganz nach belieben. Wenn jeder sich in erster Linie mit dem beschäftigen würde, was ihn glücklich macht, wäre die Stimmung bestimmt keine schlechte!

Die ganze Globalisierung und Informationsflut mag gut und wichtig sein. Aber besser geworden ist die Welt dadurch nicht, wie mir scheint! Wenn ich weiß, dass der Meeresspiegel steigt, riesige Waldgebiete in Flammen stehen, Hunde in Spanien zu tode gequält werden, geflüchtete Menschen in schlimmen Lagern leiden und so viel Elend existiert, kann ich es doch nicht ändern. Aber mich und mein Verhalten kann ich ändern. Auf meine Umgebung kann ich Einfluss nehmen und auf die, die mir wichtig sind. Auf meinen persönlichen Mikrokosmos.