Leine für die Psyche

Alle Jahre wieder zum Begin der Leinenpflicht (01.04.-15.07.) gibt es Diskussionen zum Thema Hunde an der Leine. Die Frage „Muss eine Leine sein?“ bewegt viele aber auch außerhalb dieser Zeit.

Warum also eine Leine am Hund?

1. Die offensichtliche Folge der Leine: der Hund kann nicht weg. Das wird nicht bei der großen Masse erforderlich sein. Aber das Hunde, die aus Angst, Jagdtrieb oder anderen Gründen weglaufen könnten, an die Leine gehören, sollte selbstverständlich sein! Ist es leider nicht, wie man an den entlaufenen ungesicherten Tierschutzhunden sieht.

2. Augenscheinlich natürlich, um den Hund unter Kontrolle zu haben. Damit wären die Halter aus dem Schneider, die ihre Hunde zu 100% ohne Leine kontrolieren können. Die gibt es tatsächlich!
Ich bin allerdings der Auffassung, dass auch diese Hunde in bestimmten Situationen unbedingt angeleint sein sollten:

3. Die Leine ist ein psychologisches Hilfsmittel für Dritte! Auch wenn Hund und Halter sich zu 100% aufeinander verlassen können, steht es ihnen nicht auf die Stirn geschrieben.

Als psychologischer Berater habe ich immer wieder mit Menschen jeden Alters gearbeitet, die unter Ängsten und Panikzuständen litten. Es gibt sehr, sehr viele Menschen mit einer Hundephobie. Ein Hund an sich löst schon Angst aus und ein scheinbar unkontrolierter Hund erzeugt echtes Leid. Wenn ein Hund an der Leine ist und offensichtlich fest gehalten wird, macht es diesen Menschen das Leben deutlich angenehmer!

Dann gibt es noch die Hundehalter mit traumatisierten oder kranken Hunden und die Halter von Leinenterroristen. Hundebegegnungen sind mit solchen Hunden an sich schon tendentziel aufregend. Wenn einem ein frei laufender Hund entgegen kommt, kann die Spannung auch mal unerträglich werden!

Außerdem gibt es Eltern mit Kindern, die vielleicht keine Erfahrung mit Hunden haben und den freilaufenden Hund als Bedrohung ansehen.

In vielen Fällen ist das Anleinen des Hundes ein Zeichen von Achtung, Respekt und Rücksichtnahme!

Und was spricht dagegen, einen Hund an die kurze Leine zu nehmen, wenn einem Menschen mit oder ohne Hund begegnen? Wohl nichts außer Ignoranz und Bequemlichkeit! Einen abrufbaren Hund, der auch ohne Leine bei Fuß läuft, stört es nicht, wenn er bei Fuß mit Leine läuft.

Also aus Rücksicht und Respekt:

Bei Begegnungen egal wo und wann, Leine dran. Immer!

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.