Hund – der bessere Mensch?

Haus und Hof bewachen, die Herde hüten, Menschen finden und retten, Blinde führen, vor Anfällen warnen, seelisch Kranke ins Leben führen und viele Aufgaben mehr meistern Hunde für uns.

Es gibt eine Entwicklungstheorie, die davon ausgeht, dass wir Menschen unser Sozialverhalten nicht in die Wiege der Evolution gelegt bekommen haben. Vielmehr haben wir danach erst von den Wölfen im Zuge deren Annäherung an den Menschen gelernt, sozial miteinander umzugehen.

In den Jahrzehnten der sozialen und therapeutischen Arbeit war eine Sache IMMER der Schlüssel für ein Gelingen und in diesem Punkt sind Hunde uns haushoch überlegen. Es geht um das bedingungslose Annehmen und Wertschätzen des Gegenübers.

Ein Hund hört jedem Menschen gleich gut zu – unabhängig von Religionszugehörigkeit, Gesundheitszustand, Dicke des Portemonnaies, eventueller Behinderung, Abstammung, seinem Standpunkt oder der Vorgeschichte. Er geht gleich offen auf alle Menschen zu.

Eine zweite für mich existentielle Eigenschaft des Hundes, in der er den Menschen wohl überlegen ist und die vielleicht damit zusammen hängt: verzeihen und vergessen können.

Es gibt viele Menschen, die zu Hundehassern werden, weil ein asozialer Hundehalter dessen Hinterlassenschaften nicht wegräumt oder seinen Hund unkontroliert laufen lässt. Oder vielleicht wurde er mal von einem Hund gebissen oder von Hunden verfolgt. Wer weiß!

Ich habe aber noch von keinem Hund gehört, der wegen solcher Vorfälle zu einem Menschenhasser wurde und am Liebsten alle Menschen vernichten wollen würde. Im Gegenteil!

Viele Hunde teilen das Schicksal unserer Hunde. Sie sind von Menschen vernachlässigt, geschlagen, gefoltert und gequält worden. Und dennoch hassen sie nicht Menschen, sondern sind neugierig, offen und freundlich.

Wenn wir in diesen beiden Punkten von den Hunden lernen könnten, wäre die Welt wohl ein besserer Ort.

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