Selbstverordnung ohne Folgen?

Sich ein Schmerzmittel bei Kopfschmerzen oder ein schleimlösendes Mittel aus der Apotheke zu holen oder im Internet zu bestellen ist kein Problem. Und dort findet man die Mittel, die nicht vom Arzt verordnet werden können/müssen, die aber wahrscheinlich auch empfohlen worden wären. Das ist meist unproblematisch und hilfreich, da die Medikamente in der Regel nur einen Wirkstoff für ein Symptom enthalten. Den Umgang mit möglichen Nebenwirkungen bei Dauereinnahme und Wechselwirkungen lassen wir mal unbedacht.

Mindestens genauso leicht lassen sich “natürliche Heilmittel” wie Kräuter, Vitalpilze, homöopathische Globuli und vieles mehr besorgen und selbst verordnen. Da es sich ja um natürliche Stoffe handelt, kann ja nichts passieren, sollte man meinen. Und oft passiert dann auch eben nichts Hilfreiches und der Anwender ist enttäuscht. Oder es entstehen plötzlich andere Symptome und das vermeidliche Heilmittel wird verteufelt.

Es macht unbedingt Sinn, eine fachkundige Person zu Rate zu ziehen, denn die Arbeit mit alternativen Heilmitteln ist meist deutlich komplexer als die konservative Medizin.

Hierzu ein Beispiel aus der Mykotherapie aus eigener Erfahrung:

Meinen Hundedamen habe ich zur Darmsanierung und allgemeinen Tonisierung Cordyceps verabreicht. Der Erfolg stellte sich schnell ein. Die Verdauung war in Ordnung und beide haben kaum noch Gras gefressen und waren deutlich entspannter. Allerdings lag eine deutliche Spannung in der Luft und es wurden auch schonmal Lefzen hoch gezogen und geknurrt bei Annäherung der beiden untereinander. Hier zeigte sich eine andere Wirkung von Cordyceps sehr deutlich: eine Steigerung der Libido, die sich so auf das Verhalten auswirkte. Nach dem Absetzen des Pilzes normalisierte sich das Verhalten innerhalb eines Tages wieder.

Viele natürliche Heilverfahren wirken sich ganzheitlich auf den gesamten Organismus aus und hierin liegt ihre Stärke. Es werden nicht einspurig Symptome weg gemacht, sondern ein gesundes Gleichgewicht hergestellt. Dafür ist eine ausführliche Anamnese nötig und in einem Erstgespräch wird deutlich mehr abgefragt als nur die Symptome. So kann das geeignete Mittel und die geeignete Dosierung gefunden werden.

Es gibt eben nicht DAS Mittel gegen Kopfschmerzen. Es gibt verschiedene Mittel gegen unterschiedliche Krankheitszustände mit Kopfschmerzen.

Was bei dem einen geholfen hat, muss für den anderen nicht das Richtige sein und kann auch unerwünschte Folgen haben. Wenn man bereit ist dieses Risiko zu tragen, kann man durchaus an sich selbst Mittel ausprobieren. Wenn es schief geht, sollte man sich aber nicht über das Mittel oder die Naturheilkunde ärgern, sondern höchstens über sich selbst 😉

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