vom Glück zu scheitern

Es ist immer wieder schön, wenn ein Plan funktioniert. Natürlich. Bei (fast) jedem Spiel geht es darum zu gewinnen. Besser, höher, schneller, weiter. Und dann den Erfolg auskosten!

Aber mal ehrlich! Die wesentliche Voraussetzung dafür ist der Misserfolg. Eben das Scheitern.

Wenn ich mir vornehme 2 Meter hoch zu springen und das dann einfach machen kann, ist es nichts Besonderes. Wenn ich aber erst trainieren muss und immer besser werde, dann erlebe ich Erfolge. Immer wieder und wieder, wenn sich meine Fähigkeiten verbessern, und nicht erst, wenn ich 2 Meter hoch springen kann.

Das Gefühl “erfolgreich zu sein” entsteht durch das Überwinden eigener Grenzen gegen innere oder äußere Widerstände. Es wird ein Cocktail aus “Glückshormonen” ausgeschüttet, der uns entspannt, motiviert und beflügelt.

Bis zum nächsten Scheitern. Kein Scheitern, kein Erfolg!

Aber: das Scheitern braucht die richtige Dimension! Wir müssen die Chance haben und spüren, dass wir die Hürde überwinden können. Ansonsten Scheitern wir immer wieder, werden demotiviert, nagen an Selbstzweifeln bis hin zur Depression. Wenn wir also immer wieder an der selben Stelle scheitern, liegt es nicht an unserer Unfähigkeit, sondern der zu hohen Hürde oder falschen Herausforderung.

Besonders wichtig ist dieses Prinzip, wenn es darum geht, anderen etwas beizubringen. Die Hürde zum Scheitern hat eine individuelle Höhe. Werden alle in einer Gruppe (zum Beispiel einer Klasse) über dieselbe Hürde geschickt, werden einige nicht scheitern und deshalb auf Dauer demotiviert. Ein anderer Teil der Gruppe wird immer wieder scheitern und deshalb demotiviert. Nur ein kleiner Teil der Gruppe wird angemessen gefordert und gefördert.

Einen guten Unterricht zeichnet also immer die Wahrnehmung des Einzelnen und dessen Leistungsfähigkeit aus.

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